Wünsche, Erwartungen und Bedingungen. Wie drücke ich diese in meiner Beziehung aus?

Astrid saß ruhig und mit offenen Augen vor mir. Ihr Ton wirkte klar und bestimmt: „Ich wünsche mir mehr Zärtlichkeit in unserer Beziehung“. Das war ihr Punkt. Mehr Zärtlichkeit in ihrer Beziehung. Sie konnte das auch gut beschreiben, mehr Berührung im Alltag, mehr Aufmerksamkeiten hier und da, ohne Absprache, spontan und liebevoll gemeint.

Ich fragte sie: Was bedeutet denn „ich wünsche mir?“

Wünsche

„Wenn ich das nicht bekomme habe ich bald keine Lust mehr auf diese Beziehung“ war ihre Antwort. Ich glaube nicht dass sie einen Wunsch hatte. Was sie hatte war eine Bedingung !

Oftmals sprechen Partner von Ihren Wünschen. In der Paarberatung sind Wünsche auch ein wichtiger Bestandteil. Ich rege die Überlegung nach den eigenen Wünschen, nach den eigenen Vorstellungen auch an: „Was wünschst Du Dir in Deiner Beziehung?“.

Ich wünsche mir etwas. Und Du, meine Partner, meine Partnerin, bist in der Verantwortung dass ich das bekomme.

Stopp !

Hier wird aus einem Wunsch eine Erwartung. Gerne wird ein Wunsch an eine Erwartung gekoppelt. Dann wird ein vermeintlicher Wunsch ausdrückt und damit die Erwartung eine Aktion, eine Veränderung beim Partner zu initiieren. „Mach doch was, Du kennst doch meine Wünsche“.

Erwartungen

Leider funktioniert das nicht oft. Zurecht aus meiner Sicht. Wer einen Wunsch ausdrückt, sagt nur was er sich wünscht, wie er sich eine Beziehung vorstellt, was seine Bedürfnisse sind. Diese Information ist sehr wichtig, damit mein Gegenüber hört wie meine Vorstellungen, meine Wünsche sind. Doch ist mein Gegenüber auch für die Erfüllung meiner Wünsche verantwortlich?

Verantwortung für unser Leben, unser Umfeld und somit auch unsere Beziehungen können wir immer nur selbst übernehmen. Wir sind alle selbst verantwortlich für unser Leben. Und wir sind auch verantwortlich für unsere Wünsche, und ob und wie sie erfüllt werden.

Wenn Du Deine Wünsche an eine Erwartung bindest, findest Du Dich in einer passiven Haltung wieder. „Ich erwarte dass Du die Küche aufräumst“. „Ich erwarte dass Du die Spülmaschine ausräumst“. Und wenn nicht? Was ist dann ? Mit einer Erwartung bringst Du Dich in eine Ecke in der Du er-Wartest. Wartest. Bis jemand anderes etwas tut. Das kann man machen. Spass macht das meiner Ansicht nach nicht.

Bedingungen

Wenn Dein Wunsch so wichtig ist, dass Du nicht bereit bist auf die Erfüllung zu verzichten, dann sind wir bei einer Bedingung. „Wenn Du mir nicht treu bist, trenne ich mich von Dir“. „Wenn wir nicht mehr Zärtlichkeiten leben, nehme ich mir einen Liebhaber der mir das gibt“.

Bedingungen haben eine Konsequenz. Das macht sie nicht besser oder schlechter als Wünsche. Bedingungen sind einfach nur etwas anderes. Für Deinen Partner UND für Dich.

Beides, Bedingungen und Wünsche sollten aus meiner Sicht kommuniziert werden. Das entwickelt Eure Beziehung weiter. Doch um sie zu kommunizieren sollten sie Dir selbst klar sein. Wo wünschst Du Dir etwas in Deiner Beziehung? Und was sind Deine Bedingungen? Denk darüber nach bevor Du sie äußerst. Wie wichtig sind Dir die Dinge? Bist Du bereit zu einer Konsequenz?

Wenn Du Dir hierüber selbst klar bist, wirst Du ruhiger und deutlicher Deine Grenzen und Bedürfnisse äußern können. Und das wird Dir, Deinem Partner und Eurer Beziehung helfen sich zu entwickeln.

Viel Spaß damit,

Andreas

Wenn Du wissen willst wie ich Euch helfen kann Eure Wünsche und Bedingungen zu klären, dann schau doch mal hier vorbei.

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