Warum Menschen gerne ihrem Partner vorschlagen was sie sich selbst wünschen, liest Du in diesem Artikel. Ich sag Dir jetzt mal was ich tun soll !?

Immer wieder begegnen mir Paare die mit klaren Vorstellungen zu mir in die Beratung kommen. Meist haben sie klare Vorstellungen davon, wie der andere sich verhalten sollte. Du könntest mehr für Deinen Körper tun, Du könntest mehr Sport machen, Du könntest mehr im Haushalt helfen, Du könntest mehr mit den Kindern unternehmen und so weiter.

Ich höre mir das gerne eine Zeit lang an. Dann werden aus wohlgemeinten Vorschlägen gerne auch mal konkrete Vorwürfe. Diese klingen dann nicht mehr so entspannt: Du lässt Dich gehen, Du wirst immer dicker, Du bist ungepflegt. Spätestens in dieser Phase sind Konflikte vorprogrammiert.

Vorschläge und Vorwürfe und Schatten

Bei Vorschlägen und Vorwürfen nutze ich gerne das Bild vom ausgestreckten Zeigefinger. Zeigt ein Partner mit einem ausgestreckten Zeigefinger auf den anderen, zeigen gleichzeitig drei eingeklappte Finger auf ihn selbst. Ein aussagekräftiges Bild dafür, dass Vorwürfe mehr mit uns selbst zu tun haben, als mit dem Gegenüber. Grund dafür sind die eigenen Schatten die wir mit diesen Vorwürfen ausdrücken.

Ich frage dann gerne nach.

Warum möchtest Du dass Dein Partner mehr Sport macht? Wie kommst Du auf die Idee? Welches Gefühl wird in Dir ausgelöst wenn er das macht. Und welches Bedürfnis steht dahinter?

Ich frage nach. Nein, mehr noch, ich bohre. Hinter einem Vorwurf steckt allzu oft ein Schatten. Ein Anteil im Vorwerfenden selbst, der auf den Partner projiziert wird.

„Warum sollte Dein Ehemann mehr Sport machen?“

„Ich möchte dass er gesund und fit ist“

„Wie fühlt es sich an wenn man gesund und fit ist?“

„Das fühlt sich toll an!“

„Fühlst Du Dich denn gesund und fit?“

„Nein, gerade nicht“

„Was fehlt Dir denn“

„Ich mache zu wenig Sport“.

Diese und ähnliche Gespräche begegnen mir oft.

Eigene Anteile und Projektion

In einer Partnerschaft ist es gar nicht einfach die eigenen Anteile, Bedürfnisse, Sehnsüchte von denen des Partners zu unterscheiden. Je näher und verwobener die Partner sind, desto eher verschwimmen auch Bedürfnisse. Und dann sind Vorwürfe auch näher.

Entdecke Deine eigenen Impulse

Meine Empfehlung dann ist: Bei jedem Vorwurf, bei jedem Impuls den Du Deinem Partner geben willst, überlege welcher Anteil von Dir selbst betroffen ist. Wie kommst Du gerade auf diesen Vorschlag für Deinen Partner? Wie kommst Du gerade auf diese Idee? Schau nach dem Impuls in Dir selbst.

Dann kannst Du diesen Vorschlag Deinem Partner immer noch machen. Für Dich ist nur hilfreich wenn Du Dir über Deine eigenen Beweggründe klar bist. Klarheit und die Reflexion über Deine Bedürfnisse und Impulse sind wichtig für Deine Beziehung und Eure Kommunikation.

Schlag Deinem Partner ruhig vor mehr Sport zu treiben. Im besten Fall fängt er an, und seine Motivation zieht Dich dann mit. Schön wäre, wenn Dir dabei klar wird dass es eigentlich von Anfang an um Dich selbst ging.

Egal wie Du Dich ausdrückst. Wenn Dir selbst klar ist worum es Dir selbst eigentlich geht, bist Du schon einen großen Schritt näher bei Dir selbst. Das wirkt authentisch und überzeugend.

Und vor allem ehrlich Dir selbst gegenüber.

Du magst mehr über Paarberatung oder Coaching erfahren? Hier kannst Du nachlesen wie ich Dir helfen kann.

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