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Einen Tanzkurs für Deine Beziehung?  Dein Ernst?

Warum Du unbedingt einen Tanzkurs für Deine Beziehung buchen solltest.

Ich liebe es zu tanzen. In meiner Jugend absolvierte ich die Klassiker: Standard und Latein Tänze, Abschlussball. Dann löste ich mich von den Vorgaben der Tanzstudios und tanzte mit großer Hingabe frei. Bis zu diesem Gespräch mit einem Tangolehrer vor ein paar Tagen. Ich erzählte ihm von meiner Tätigkeit als Paarberater, er berichtete von seiner Arbeit als Tangolehrer. Schnell stellten wir fest dass wir von derselben Thematik sprachen!

Für diesen Tangolehrer waren drei Eigenschaften beim Tango tanzen essentiell:

1. Führen und Folgen

Tango tanzt man als Paar. Dabei können beide Impulse in den Tanz hinein geben. Ich möchte links herum. Ich möchte mich drehen. Ich will geradeaus. Jeder Impuls ist die Äußerung eines Bedürfnis, das ich in den Tanz hineingebe. Der / die Tanzpartner_in hat dann die Möglichkeit zu folgen. Ja, ich bin einverstanden, links herum ist super. Läuft.

Oder auch nicht, nein ich will aber rechts herum. Dann kommt es zu einem Konflikt.

Leider hat beim Tango tanzen der Mann die führende Rolle, während die Frau die vom Mann geöffneten Räume füllt. Ich möchte das für die Beziehungsarbeit ausweiten und sagen: Beide können führen, beide können folgen. Dann passt es zur Beziehung.

Denn beim zusammen leben ist es das selbe. Ich äußere in meiner Beziehung meine Bedürfnisse: Ich will links herum! Meine Frau geht mit. Dann sind wir uns einig und die Beziehung schwingt dahin.

Manchmal geht sie auch nicht mit: Nein, rechts herum! Dann haben wir einen Konflikt. Den lösen wir über Kommunikation, und schwingen weiter.

Tanzkurs und Beziehung funktioniert nicht wenn ich in meiner Haltung nicht klar bin. Wenn ich links herum tanze aber eigentlich rechts will. Wenn ich mich drehe aber eigentlich geradeaus will. Dieser Tanz wird beiden Tanzpartnern keine Freude bereiten.

Zwei Tanzpartner aber die in unterschiedliche Richtungen gehen wollen, dies aber klar und achtsam ausdrücken können, werden großen Spaß haben. Ihnen gelingt ein Tanz der beide immer wieder überrascht und immer neue Impulse und Ideen hervorbringt. Dasselbe zu wollen ist nicht wichtig. Das auszudrücken was ich will ist wichtig!

[bctt tweet=“Tanzkurs und Beziehung geht beides nur wenn ich in meiner Haltung klar bin!“ username=“andreaszerweck“]

2. Nähe und Distanz

Manche Tangotänzer_innen klammern, sagte der Tangolehrer. Sie halten den Partner fest. Mit der Hand fest im Griff, den Arm eng um den Oberkörper geschlungen. Das macht den Partner eng. Ihm fehlt die Bewegungsfreiheit und die Luft zum atmen. Kein Spaß.

Wie auch in einer lebendigen Beziehung gilt beim Tanzen: In Kontakt sein, in Verbindung sein mit den Armen – ohja. Und gerne fest in der Bindung.

Aber nicht zu eng. Nicht die Luft abdrücken, oder das Gefühl vermitteln: Jetzt machst Du wie ich will. Für eine gelungene Beziehung wie für einen gelungen Tanz gilt: Verbunden UND frei. Ich tanze mit Dir, kann mich aber dennoch selbständig bewegen.

3. Jeder tanzt für sich

Wer die Schritte nicht kennt wird keine Freude beim Tango tanzen haben, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Schrittfolgen, Figuren, dass lernt man in einem Kurs. Doch wenn ich Tango Tänzer beobachte stelle ich fest dass die Schritte für beide nicht die selben sind. Es gibt für beide einen speziellen, eigenständigen Schritt. Und gerade bei den tollsten Figuren gehen beide ganz unterschiedliche Schrittfolgen. Sie tanzen miteinander, und doch jeder für sich.

Und so funktioniert eine lebendige Beziehung: Das Paar tanzt miteinander, lebt miteinander. Und doch jeder für sich. Beides kann nebeneinander existieren: Verbundenheit und Freiheit.

Ich kann meinen Hobbies folgen, meinen Interessen. Auch wenn wir den Samstag Abend getrennt verbringen können wir in großer Nähe sein.

Diese drei wichtigen Eigenschaften beim Tangotanzen habe ich gelernt und hier sicher sehr vereinfacht dargestellt. Die Tango-Tänzer mögen mir verzeihen. Doch sind die Parallelen zur Beziehung so deutlich sichtbar.

Wir haben so große Lust miteinander zu tanzen. Und stellen immer wieder fest dass ein gemeinsamer Tanz mit festhalten, klammern, Kraft, Enge nicht funktioniert. Im Gegenteil: Je mehr Freiraum ich in meinen Tanz mit meiner Partnerin lasse, desto mehr Impulse, Freude, Spannung und gemeinsame Erfahrung wird mir geschenkt.

Daher lege ich jedem Paar das Lust auf gemeinsame Erfahrung und Entwicklung hat, einen Tanzkurs nahe. Es muss nicht Tango sein.

Und für alle Paare die auf einer anderen Ebene Lust haben sich weiter zu entwickeln, lest hier wie ich Euch dabei unterstützen kann.

Euch eine lebendige Beziehung,

Andreas

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