Oh Du fröhliche Partnerschaft

Wieder Weihnachten in Eurer Partnerschaft. Und wieder sitzt Ihr unterm Weihnachtsbaum. Oder vor den Geschenken, dem Adventskranz.
Wieder habt Ihr Euch vorgenommen diesmal nicht so viel zu kaufen, nicht so viel zu essen, die Geschenke wirklich früh zu kaufen. Wieder habt Ihr…

Kennst Du das ?

Wieder hat es nicht geklappt etwas an Euren Gewohnheiten zu verändern. Warum eigentlich nicht? Warum ist es so schwer die Dinge einmal anders anzufassen?

Gewohnheiten


Gewohnheiten sind ein wichtiger Bestandteil Deiner Beziehung. Alle sozialen Gefüge stärken sich über Gewohnheiten. Die Hochzeit mit ihren unzähligen Ritualen von Brautentführung, Brautstraußwerfen, Kuchen anschneiden, Brautwalzer usw. ist ein großartiges Beispiel wie Menschen durch Rituale ihre Verbindung nach außen ausdrücken, und gleichzeitig nach innen stärken. Der sonntägliche Tatort im Fernsehen kann solch ein Ritual sein. Der Sommerurlaub in Italien. Lebensmittel einkaufen am Samstag. Der Gute Nacht Kuss. Kaffee am Sonntag morgen.

Rituale und Gewohnheiten sind wundervoll, sie generieren Gefühle wie Zugehörigkeit, Verbundenheit, Sicherheit und Geborgenheit. Allesamt Gefühle die für eine intakte, lebendige Beziehung wichtig sind. Als Paarberater rate ich Paaren oft Gewohnheiten zu suchen, zu stärken und zu zelebrieren.


Gleichzeitig machen Gewohnheiten uns eng. Sie schränken unsere Sicht ein. Sie beschneiden unsere Kreativität. Der schwäbische Kabaretist Christoph Sonntag drückte dies für Schwaben in den drei schwäbischen Primsätzen aus:


1. Das haben wir schon immer so gemacht

2. Das haben wir noch nie so gemacht

3. Wo kommen wir hin wenn das jeder so machen würde

Gewohnheiten beschneiden Abenteuer. Das Gefühl sich weiter zu entwickeln wird kleiner. Viele Menschen erleben das Leben dann eintönig und unspektakulär.

Zwei Seiten

Gewohnheiten haben daher zwei Seiten. Sie sind wundervoll und notwendig. Andererseits macht es Sinn sie in Frage zu stellen, und nachzuspüren ob sie uns nicht eng machen und klein machen. Dann braucht es die Kraft der Veränderung um existierende Gewohnheiten in Frage zu stellen.

Diese Kraft kommt gerne aus der Wut. Oder aus Enttäuschung. Oder aus Ärger:

  • So kann es nicht weitergehen!
  • Das mache ich nicht mehr mit!
  • Immer muss ich das machen!
  • Darauf hab ich wirklich keine Lust mehr !

Dies sind typische Sätze dafür, dass Veränderung vor der Haustür steht. Was also tun?

Zuerst einen kühlen Kopf bewahren. Die Kraft die es braucht um Gewohnheiten zu verändern darf gerne entspannt und dosiert kommen. Es geht nicht darum Mauern einzureißen. Es geht um Veränderung. Die Gewohnheit die Du verändern willst hat Dir lange Zeit angenehme Gefühle, Sicherheit und Geborgenheit vermittelt. Und für Deinen Partner ist es vielleicht immer noch so. Vielleicht hängt Dein Gegenüber sogar an dieser Gewohnheit, und liebt sie sehr ?

Und nun?

Beim Beispiel Weihnachten empfehle ich: Jetzt ansprechen. Noch ist Zeit um über die Weihnachtsrituale zu sprechen, und sie zu verändern.

Dabei gilt: Keine Vorwürfe, keine Angriffe. Dem Partner jetzt zu sagen wie schrecklich Weihnachten letztes Jahr war, hilft nicht weiter. Konstruktiv ist wenn Du jetzt ausdrückst was Du gerne magst:

  • Ich würde Weihnachten wirklich gerne mal in die Kirche gehen. Ich habe Lust zu singen, und unter Menschen zu sein. Wir würden bestimmt viele Bekannte treffen.
  • Ich habe Lust an Weihnachten ein großes Essen zu bereiten. Saitenwürstchen und Kartoffelsalat sind lecker, aber ich habe Lust auf einen Rehbraten. Machst Du mit ?
  • Ich möchte für Weihnachten ein Spiel vorschlagen. Würdest Du bitte mit mir spielen, das wünsche ich mir sehr.

Es geht darum die eigenen Wünsche zu kennen und als Bitte zu formulieren. Sag was Du brauchst um Dich wohl zu fühlen, und sag das ruhig und deutlich. 

Sag was Du brauchst um Dich wohl zu fühlen, und sag das ruhig und deutlich.

Nur weil Du es Dir wünschst, wird das noch lange nicht umgesetzt. Wichtig ist aber, dass Dein Partner weiß was Du willst. Jetzt kann Dein Partner sagen was er oder sie will. Ihr beide habt Recht, und beide ein Bedürfnis. Dann geht es darum zu verhandeln. 

Sprecht miteinander. Und findet Lösungen. Das gelingt wenn ihr ins Gespräch kommt.

Auf jeden Fall gilt für Weihnachten: Wenn Du jetzt das Gefühl hast Du willst etwas an Euren Gewohnheiten ändern: Dann los. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt!

In diesem Sinn wünsche ich Dir frohe Weihnachten !

Und falls Du oder Ihr Lust habt im neuen Jahr mehr für Eure Beziehung zu tun. Dann lest hier was ich mit „Zeit zum Reden“ für Euch tun kann. 

Pin It on Pinterest

Share This
× Whatsapp