Immer erreichbar? Natürlich, ich bin wichtig!

Jetzt zur Urlaubszeit ist das Thema Erreichbarkeit in aller Munde. Muss ich im Urlaub für meine Kollegen und meinen Vorgesetzten erreichbar sein? Will ich das? Email, Whatsapp, Telefon. Wie wichtig bin ich? Und wie verfügbar will ich sein ?

Kommunikation und Erreichbarkeit sind Fragen in denen mindestens zwei Parteien teilnehmen. Der Abwesende, Urlaubende auf der einen Seite, der Vorgesetzte, Chef oder die Kollegen auf der anderen Seite.

Urlaubende:

Als Urlaubender bin ich in einem Konflikt:

Einerseits will ich entspannen, mich aus dem Alltag lösen, neue Eindrücke sammeln, Zeit mit meiner Familie verbringen. Dazu ist der Urlaub schließlich da. Keine Termine, den Tag frei und entspannt genießen, die Zeit einfach fließen lassen. Das Smartphone ausgeschalten, den Laptop zuhause gelassen. Entspannung. Ich kann mich erholen und regenerieren.

Andererseits ist es auch toll Teil eines Teams zu sein. Wie gut fühlt es sich an Teil eines Netzwerks, eines Ganzen zu sein. Die anderen sind im Büro zusammen, ich bin nicht dabei. Vielleicht entwickeln sich in meiner Abwesenheit Projekte und Strukturen, die mich ausgrenzen? Wenn ich nicht da bin lässt mich die Gruppe vielleicht zurück ? Schön wäre wenn sie mich mal anrufen. Oder mir eine E-Mail schreiben und mir damit zeigen: Ich bin wichtig! Sie wollen mich! Ohne mich geht es nicht!

Wenn ich nicht im Büro bin fehlt den anderen etwas. Ich bin wichtig, gewollt, angenommen, integriert. Die anderen vermissen mich wenn ich nicht da bin.

Vorgesetzte

Auch als Vorgesetzter habe ich einen Konflikt: Einerseits weiß ich genau wie wichtig es ist den Mitarbeitern Freiräume zu lassen. Sie sollen sich erholen, regenerieren und voller Tatendrang aus dem Urlaub zurück kehren.

Andererseits ist es eine wunderbare Gelegenheit meinen langen Arms zu testen: Wie verbunden sind meine Mitarbeiter mit mir? Wie schön ist es zu spüren dass selbst wenn sie eigentlich nicht da sind, sie auf meine Anfragen reagieren und mir zeigen wie wichtig ich bin. Bin ich doch ein toller Vorgesetzter wenn ich spüre wie verbunden meine Mitarbeiter mit mir sind.

Emotionen

Für mich liegt klar auf der Hand dass sich die Frage nach der Erreichbarkeit für jede Situation lösen lässt. Wenn die Beteiligten es wollen werden sie Lösungen finden. Das gilt für den Chef in Timbuktu ohne Wlan und den Mitarbeiter auf einer Dschungeldurchquerung ohne Handy. Die wichtigere Frage ist:

Will ich das ?

Denn es gibt eben beide Seiten: Die Seite die sagt: Nein, ich will nicht erreichbar sein. Und die Seite die sagt: Ohja, das fühlt sich gut an, ich bin wichtig und immer erreichbar!

Egal was Du denkst, lass die Bewertung jetzt weg. Beide Seiten sind wichtig und gesehen werden.

Schau Dein Verhalten an. Schau Deine Emotionen an. Worum geht es Dir in der Kommunikation im Urlaub? Es ist in Ordnung sich wichtig fühlen zu wollen. Und es ist in Ordnung sich verbunden fühlen zu wollen.

Klar sein

Die Lösung liegt darin Deine eigenen Bedürfnisse erstmal anzunehmen. Ja, ich mag Teil eines Netzwerks sein. Oder. Ja, ich ertrage es in meinem Urlaub von meiner Arbeit abgetrennt zu sein, und die Zeit mit mir oder meiner Familie zu verbringen. Schau an was Dir ganz allein wichtig ist.

Wenn Du jetzt klar mit Dir selbst bist. Wenn Du genau weißt was Du willst und brauchst. Dann geh zu Deinem Vorgesetzten und zu Deinem Mitarbeiter und sag ihm was Du brauchst. Und dann sucht gemeinsam eine Lösung für Eure Kommunikation in Abwesenheit.

Übrigens: Auch wenn Du nicht in Urlaub fährst, oder Erreichbarkeit nicht Dein Thema ist macht es Sinn sich darüber Gedanken zu machen. Überleg Dir wie wichtig Du sein willst und wie viel Freiheit und Entspannung in Deinem Leben sein soll.

Wenn Du mehr über Dich und Deine Bedürfnisse erfahren willst, schau doch mal hier was Du dafür tun kannst.

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