Immer erreichbar? Natürlich, ich bin wichtig!

Immer erreichbar? Natürlich, ich bin wichtig!

Immer erreichbar? Natürlich, ich bin wichtig!

Jetzt zur Urlaubszeit ist das Thema Erreichbarkeit in aller Munde. Muss ich im Urlaub für meine Kollegen und meinen Vorgesetzten erreichbar sein? Will ich das? Email, Whatsapp, Telefon. Wie wichtig bin ich? Und wie verfügbar will ich sein ?

Kommunikation und Erreichbarkeit sind Fragen in denen mindestens zwei Parteien teilnehmen. Der Abwesende, Urlaubende auf der einen Seite, der Vorgesetzte, Chef oder die Kollegen auf der anderen Seite.

Urlaubende:

Als Urlaubender bin ich in einem Konflikt:

Einerseits will ich entspannen, mich aus dem Alltag lösen, neue Eindrücke sammeln, Zeit mit meiner Familie verbringen. Dazu ist der Urlaub schließlich da. Keine Termine, den Tag frei und entspannt genießen, die Zeit einfach fließen lassen. Das Smartphone ausgeschalten, den Laptop zuhause gelassen. Entspannung. Ich kann mich erholen und regenerieren.

Andererseits ist es auch toll Teil eines Teams zu sein. Wie gut fühlt es sich an Teil eines Netzwerks, eines Ganzen zu sein. Die anderen sind im Büro zusammen, ich bin nicht dabei. Vielleicht entwickeln sich in meiner Abwesenheit Projekte und Strukturen, die mich ausgrenzen? Wenn ich nicht da bin lässt mich die Gruppe vielleicht zurück ? Schön wäre wenn sie mich mal anrufen. Oder mir eine E-Mail schreiben und mir damit zeigen: Ich bin wichtig! Sie wollen mich! Ohne mich geht es nicht!

Wenn ich nicht im Büro bin fehlt den anderen etwas. Ich bin wichtig, gewollt, angenommen, integriert. Die anderen vermissen mich wenn ich nicht da bin.

Vorgesetzte

Auch als Vorgesetzter habe ich einen Konflikt: Einerseits weiß ich genau wie wichtig es ist den Mitarbeitern Freiräume zu lassen. Sie sollen sich erholen, regenerieren und voller Tatendrang aus dem Urlaub zurück kehren.

Andererseits ist es eine wunderbare Gelegenheit meinen langen Arms zu testen: Wie verbunden sind meine Mitarbeiter mit mir? Wie schön ist es zu spüren dass selbst wenn sie eigentlich nicht da sind, sie auf meine Anfragen reagieren und mir zeigen wie wichtig ich bin. Bin ich doch ein toller Vorgesetzter wenn ich spüre wie verbunden meine Mitarbeiter mit mir sind.

Emotionen

Für mich liegt klar auf der Hand dass sich die Frage nach der Erreichbarkeit für jede Situation lösen lässt. Wenn die Beteiligten es wollen werden sie Lösungen finden. Das gilt für den Chef in Timbuktu ohne Wlan und den Mitarbeiter auf einer Dschungeldurchquerung ohne Handy. Die wichtigere Frage ist:

Will ich das ?

Denn es gibt eben beide Seiten: Die Seite die sagt: Nein, ich will nicht erreichbar sein. Und die Seite die sagt: Ohja, das fühlt sich gut an, ich bin wichtig und immer erreichbar!

Egal was Du denkst, lass die Bewertung jetzt weg. Beide Seiten sind wichtig und gesehen werden.

Schau Dein Verhalten an. Schau Deine Emotionen an. Worum geht es Dir in der Kommunikation im Urlaub? Es ist in Ordnung sich wichtig fühlen zu wollen. Und es ist in Ordnung sich verbunden fühlen zu wollen.

Klar sein

Die Lösung liegt darin Deine eigenen Bedürfnisse erstmal anzunehmen. Ja, ich mag Teil eines Netzwerks sein. Oder. Ja, ich ertrage es in meinem Urlaub von meiner Arbeit abgetrennt zu sein, und die Zeit mit mir oder meiner Familie zu verbringen. Schau an was Dir ganz allein wichtig ist.

Wenn Du jetzt klar mit Dir selbst bist. Wenn Du genau weißt was Du willst und brauchst. Dann geh zu Deinem Vorgesetzten und zu Deinem Mitarbeiter und sag ihm was Du brauchst. Und dann sucht gemeinsam eine Lösung für Eure Kommunikation in Abwesenheit.

Übrigens: Auch wenn Du nicht in Urlaub fährst, oder Erreichbarkeit nicht Dein Thema ist macht es Sinn sich darüber Gedanken zu machen. Überleg Dir wie wichtig Du sein willst und wie viel Freiheit und Entspannung in Deinem Leben sein soll.

Wenn Du mehr über Dich und Deine Bedürfnisse erfahren willst, schau doch mal hier was Du dafür tun kannst.

Über Liebe, Gleichheit und Verschiedenheit

Über Liebe, Gleichheit und Verschiedenheit

Über Liebe, Gleichheit und Verschiedenheit. Wie viel Gleichheit braucht Beziehung? Wie viel Individualität verträgt sie?

„Gleich und gesellt sich gerne“ oder „Gegensätze ziehen sich an“. Was passt denn nun in eine dauerhafte Beziehung?

Die Antwort lautet: Von beidem ein wenig.

Dauerhafte Partnerschaften bilden sich auf einer Ebene zwischen Nähe und Distanz, zwischen Gemeinsamkeit und Individualität. Wenn wir uns in eine Partnerschaft begeben, dann aus unterschiedlichen Beweggründen. Einer davon lautet:

„Sei bitte so wie ich“ – Gleichheit

Hierin verbirgt sich das Bedürfnis zu spüren dass mein Partner ähnlich denkt und wertet wie ich. Ein Vegetarier wird sich über eine vegetarische Freundin freuen, die seine Werte versteht und teilt. Er wird sich verstanden und bestätigt fühlen, welch ein herrliches Gefühl! „Du bist richtig, ich finde Dich toll“! Hieraus entsteht das Gefühl von Geborgenheit und Nähe. Geborgenheit und Nähe die in guten Tag keimt, und in schwierigen Tagen gebraucht wird. Wenn wir uns verletzt oder verloren fühlen ist dieses Gefühl von Geborgenheit und Nähe genau der Ort, an dem wir wieder Kraft und Energie schöpfen. Ein Gefühl in dem wir uns erholen und neue Pläne schmieden können.

„Sei Du alles das was ich mir wünsche“ – Verschiedenheit

Das ist die zweite Rolle die unser Partner einnimmt. All die Eigenschaften die ich mir erträume, all die Fähigkeiten die ich schon immer haben wollte, die kannst Du ja leben. Dann kann ich partizipieren, gerade wenn es mir selbst nicht gelingt.

Diese Seite drückt die Andersartigkeit aus die in einer Beziehung auch existiert. Sie drückt die Individualität aus, die wichtig in einer Beziehung ist. Diese Seite macht uns spannend für den anderen. Mit dieser Seite gelingt es uns auch nach jahrelanger Beziehung den anderen noch zu überraschen. Es hält unsere Beziehung lebendig wenn wir uns verändern, wenn wir Individuen sind. Wir fühlen uns Einzigartig und aufregend. Ein ebenso wichtiges Gefühl in einer Beziehung. Es hilft uns unser eigenes Leben zu leben, für uns selbst verantwortlich zu bleiben und uns um uns selbst zu kümmern. Für eine langfristige Beziehung ist es immanent wichtig dass wir uns um uns selbst kümmern, und diese Aufgabe nicht dem Partner zuschieben.

Wie geht das im Alltag miteinander?

Eine Beziehung braucht beide beschriebenen Rollen. Du liebst es nach Mallorca an den Ballermann zu fliegen? Los, ich wünsche Dir viel Spass. Ich kann es nicht verstehen, keine zehn Pferde bringen mich dorthin. Wenn es Dir Spass macht, dann bitte. Du bist ein eigenständiger Mensch und sorgst für Dich. Viel Spass. Aber ohne mich.

Akzeptiere dass Dein Partner anders ist als Du. Spüre dass Du den Partner lieben kannst auch wenn die Werte in dieser Situation ganz unterschiedlich sind. Es macht Deinen Partner spannend und aufregend, es hält Dich lebendig und neugierig wenn Dein Partner andere Werte lebt.

Du hast Lust mehr über Eure Werte zu erfahren? Dann schau hier nach wie ich Euch dabei unterstützen kann.

Viel Spass dabei !

Was Du tun kannst wenn der Kollege nervt

Was Du tun kannst wenn der Kollege nervt

Dein Kollege nervt. Oder Deine Kollegin. Sie sind morgens schon schlecht gelaunt. Tagsüber fällt ihre Stimmung weiter, Mittags sind sie unausstehlich und Nachmittags kaum zu ertragen. Sie teilen aus, nutzen jede Gelegenheit für abwertende Kommentare. Was Du tun kannst wenn der Kollege nervt, liest Du in diesem Beitrag:

Launen und Kollegen und Nerven

Wenn mehrere Menschen aufeinander treffen, sei es bei der Arbeit, im Verein, im Freundeskreis oder in der Familie, findet immer Kommunikation statt. Manchmal ist sie offen und direkt, Bedürfnisse, Wünsche und Grenzen werden offen und ehrlich angesprochen. Manchmal ist die Kommunikation still und verschwiegen, vielleicht wird gar nicht mehr gesprochen.

„Man kann nicht nicht kommunizieren“ sagte Paul Watzlawick

Unsere Kommunikation dient unsere Bedürfnisse auszudrücken. Diese können Durst oder Hunger sein. Wer kleine Kinder aufwachsen sah erinnert sich vielleicht wie hilfreich es ist wenn Kinder endlich sagen können dass sie Hunger oder Durst haben. Bis dahin war es gerne mal ein Rätselraten was das Kind braucht.

Unsere Kommunikation dient auch uns abzugrenzen. Stopp! Bis hier her und nicht weiter! Das lasse ich mir nicht gefallen! Grenzen setzen ist wichtig, denn im Alltag fällt es uns schwer die Grenzen der anderen zu erkennen. Schön wenn jemand sagen kann: Das hat mich verletzt. Es hilft uns Regeln für das respektvolle Zusammenleben zu entwickeln.

Wenn ein Kollege oder eine Kollegin nun andauernd negativ wirkt, wenn nur noch abwertende missbilligende Kommentare kommen, ist das auch eine Form der Kommunikation. Sie sagt: Es geht mir schlecht. Ich fühle mich nicht wohl. Ich habe Schmerzen, Sorgen, Angst, Stress. Und dazu noch: Ich kann das nicht so sagen.

Natürlich wäre es schön wenn unsere Mitmenschen ihre Launen, ihre Ängste und Sorgen, ihre Wut respektvoll und liebevoll ausdrücken könnten: Ich bin wütend, gehe mir heute besser aus dem Weg. Wenige Menschen können das. Bei anderen kommt das mehr wie „lass mich in Ruhe“, „hast Du das schon wieder falsch gemacht“, „Du bist doch blöd“ rüber.

Was also tun wenn der Kollege nervt?

Eine Mischung löst diese Situation: Zum einen: Grenzen setzen. Lass Dir nichts gefallen. Abwertende Kommentare, Beleidigungen, Angriffe sind nicht ok. Du kannst für Dich einstehen und sagen: Stopp!. So nicht ! Wenn es jemandem schlecht geht ist das kein Freibrief für respektloses Verhalten. Auch wenn Du einen Fehler gemacht hast kann Dir Dein Gegenüber respektvoll den Fehler aufzeigen.

Zum anderen: Mitgefühl: Hey, Dir geht es schlecht, richtig? Du hast gerade eine schwere Zeit,oder? Wie geht es Dir denn?

Erwarte nicht dass darauf gleich Harmonie entsteht. Im Gegenteil. Vermutlich wird erstmal eine Abwehr aufkommen. Sich zu zeigen, seine Gefühle zuzulassen fällt vielen Menschen schwer. Dennoch ist es wichtig diesem Menschen rückzumelden: Zeig Dich. Du bist Teil unseres Systems, Du bist Kollege, Freund, Familienmitglied. Es ist mir wichtig dass wir miteinander sprechen. Du kannst Deine Sorgen, Ängste, Bedürfnisse zeigen.

Vielleicht hörst Du nur „Lass mich in Ruhe“. Doch die Botschaft „Du bist nicht alleine“ oder „Ich sehe Dich in Deinem Schmerz“ hast Du trotzdem gesendet. Und sie wird sich entwickeln. Dränge niemanden. Aber zeig wie Du in Deinem Umfeld gerne kommunizieren möchtest.

Wenn Du mehr über Kommunikation oder Coaching mit mir erfahren willst, schau doch mal hier rein.

Du wünschst Dir mehr ?

Du wünschst Dir mehr ?

Wünsche, Erwartungen und Bedingungen. Wie drücke ich diese in meiner Beziehung aus?

Astrid saß ruhig und mit offenen Augen vor mir. Ihr Ton wirkte klar und bestimmt: „Ich wünsche mir mehr Zärtlichkeit in unserer Beziehung“. Das war ihr Punkt. Mehr Zärtlichkeit in ihrer Beziehung. Sie konnte das auch gut beschreiben, mehr Berührung im Alltag, mehr Aufmerksamkeiten hier und da, ohne Absprache, spontan und liebevoll gemeint.

Ich fragte sie: Was bedeutet denn „ich wünsche mir?“

Wünsche

„Wenn ich das nicht bekomme habe ich bald keine Lust mehr auf diese Beziehung“ war ihre Antwort. Ich glaube nicht dass sie einen Wunsch hatte. Was sie hatte war eine Bedingung !

Oftmals sprechen Partner von Ihren Wünschen. In der Paarberatung sind Wünsche auch ein wichtiger Bestandteil. Ich rege die Überlegung nach den eigenen Wünschen, nach den eigenen Vorstellungen auch an: „Was wünschst Du Dir in Deiner Beziehung?“.

Ich wünsche mir etwas. Und Du, meine Partner, meine Partnerin, bist in der Verantwortung dass ich das bekomme.

Stopp !

Hier wird aus einem Wunsch eine Erwartung. Gerne wird ein Wunsch an eine Erwartung gekoppelt. Dann wird ein vermeintlicher Wunsch ausdrückt und damit die Erwartung eine Aktion, eine Veränderung beim Partner zu initiieren. „Mach doch was, Du kennst doch meine Wünsche“.

Erwartungen

Leider funktioniert das nicht oft. Zurecht aus meiner Sicht. Wer einen Wunsch ausdrückt, sagt nur was er sich wünscht, wie er sich eine Beziehung vorstellt, was seine Bedürfnisse sind. Diese Information ist sehr wichtig, damit mein Gegenüber hört wie meine Vorstellungen, meine Wünsche sind. Doch ist mein Gegenüber auch für die Erfüllung meiner Wünsche verantwortlich?

Verantwortung für unser Leben, unser Umfeld und somit auch unsere Beziehungen können wir immer nur selbst übernehmen. Wir sind alle selbst verantwortlich für unser Leben. Und wir sind auch verantwortlich für unsere Wünsche, und ob und wie sie erfüllt werden.

Wenn Du Deine Wünsche an eine Erwartung bindest, findest Du Dich in einer passiven Haltung wieder. „Ich erwarte dass Du die Küche aufräumst“. „Ich erwarte dass Du die Spülmaschine ausräumst“. Und wenn nicht? Was ist dann ? Mit einer Erwartung bringst Du Dich in eine Ecke in der Du er-Wartest. Wartest. Bis jemand anderes etwas tut. Das kann man machen. Spass macht das meiner Ansicht nach nicht.

Bedingungen

Wenn Dein Wunsch so wichtig ist, dass Du nicht bereit bist auf die Erfüllung zu verzichten, dann sind wir bei einer Bedingung. „Wenn Du mir nicht treu bist, trenne ich mich von Dir“. „Wenn wir nicht mehr Zärtlichkeiten leben, nehme ich mir einen Liebhaber der mir das gibt“.

Bedingungen haben eine Konsequenz. Das macht sie nicht besser oder schlechter als Wünsche. Bedingungen sind einfach nur etwas anderes. Für Deinen Partner UND für Dich.

Beides, Bedingungen und Wünsche sollten aus meiner Sicht kommuniziert werden. Das entwickelt Eure Beziehung weiter. Doch um sie zu kommunizieren sollten sie Dir selbst klar sein. Wo wünschst Du Dir etwas in Deiner Beziehung? Und was sind Deine Bedingungen? Denk darüber nach bevor Du sie äußerst. Wie wichtig sind Dir die Dinge? Bist Du bereit zu einer Konsequenz?

Wenn Du Dir hierüber selbst klar bist, wirst Du ruhiger und deutlicher Deine Grenzen und Bedürfnisse äußern können. Und das wird Dir, Deinem Partner und Eurer Beziehung helfen sich zu entwickeln.

Viel Spaß damit,

Andreas

Wenn Du wissen willst wie ich Euch helfen kann Eure Wünsche und Bedingungen zu klären, dann schau doch mal hier vorbei.

Deine Lösung ist mein Problem

Deine Lösung ist mein Problem

Nach so vielen Jahren Ehe war Tom eingerostet. Der lebendige, abenteuerlustige und aktive Sportler verbrachte seine Wochenenden immer häufiger auf dem Sofa. Zuhause bleiben war für ihn der Standard geworden. Der neue Rhythmus in Toms Leben zeigte sich deutlich an der Verschlechterung seiner Laune. Er war unausgeglichen, aggressiv, humorlos. Anna, seine Frau sagte dass sie das nicht länger ansehen könne. Etwas soll sich ändern. Also ging Tom ins Fitness-Studio. Zum Yoga. Er begann wieder Fahrrad zu fahren und zu laufen. Schnell lernte er neue Menschen kennen, und verbrachte seine Abende immer häufiger mit seiner neuen Clique. Natürlich waren dort auch Frauen dabei, und nach einiger Zeit wurde Anna eifersüchtig.
 
„Wieso“ sagte Tom, „Du wolltest doch dass ich wieder aktiver bin und besser gelaunt!“. „Jetzt habe ich eine Lösung, ich brauche einfach mehr Bewegung und mehr Menschen um mich herum!“.
 
„Schon“, antwortete Anna, „aber jetzt bin ich eifersüchtig. Das was Du als Lösung hast, ist genau mein Problem !“

Deine Lösung ist mein Problem

Ein Klassiker in der Paarberatung. Deine Lösung ist mein Problem. Aus gemeinsamen Aufgaben ergibt sich eine Lösung, die aber nur für einen der beiden eine Lösung darstellt. Für den anderen entsteht einfach ein neues Problem.
 
Beziehungen bedeuten dass man einen Teil seines Lebens teilt. Manche Dinge kann man weiterhin für sich selbst entscheiden. Das ist einfacher, denn ich muss ja nur mich selbst fragen ob mir das passt. Andere Dinge entscheidet man gemeinsam. Dann höre ich die Meinung meines Partners, und verhandle mit ihr oder ihm über Lösungen.
 
Wie groß dabei der Anteil an selbständigen Entscheidungen und an gemeinsamen Entscheidungen ist, bleibt individuell. Manche Paare entscheiden nahezu alles gemeinsam, sie gehen kaum einen Schritt ohne einander. Andere Partner leben sehr selbständig, und lassen sich große und weite Freiräume. Beides kann funktionieren. Und beide Paare kommen an diesen Punkt an dem die Lösung nicht für beide passt.

Wer trifft eigentlich eine Entscheidung?

Die wesentliche Frage in der „Deine Lösung ist mein Problem“-Situation ist daher:
 
Ist dies eine Entscheidung die ich alleine treffe? Bin ich bereit meinem Partner zuzumuten dass ich eine Lösung habe die ihm oder ihr nicht gefällt? Es gibt gute Beispiele für solche Lösungen. Der Umgang mit den eigenen Eltern ist eine Weise, die Partner oft nicht miteinander abstimmen. In Patchwork Familie der Umgang mit den eigenen, leiblichen Kindern.
 
Wenn ich die Entscheidung alleine treffe, weise ich meine/n Partner/in zurück. Ich sage: Hier hast Du nichts zu melden. Du kannst sagen was Du willst, aber ich werde es in meiner Entscheidung nicht berücksichtigen. An diesem Punkt halte ich es für außerordentlich wichtig zu zeigen dass es eben eine einseitige Entscheidung ist. Tom könnte in unserem Beispiel sagen: „Ich sehe dass Du eifersüchtig bist. Das tut mir leid. Aber diese Clique, der Sport ist mir so wichtig, ich will das jetzt machen.“ Anna sollte das Gefühl haben dass Tom sich nicht von ihr abwendet. Sondern nur für sich entscheidet. Das ist ein Unterschied. 
 
Ist dies eine Entscheidung die wir gemeinsam treffen? Dann heisst es einfach: neu verhandeln. Was braucht Anna damit ihre Eifersucht erträglich wird? Wie kann Tom sie unterstützen damit sie sich besser fühlt? Gibt es gemeinsame Sportarten die gelebt werden können. Hilft es wenn Anna die Clique kennen lernt, und erlebt dass Tom die Gesellschaft geniesst. Tom könnte Anna klar machen dass es ihm nicht um eine andere Frau, sondern um den Sport und die Gesellschaft geht.
 

Immer wieder: Zeit zum Reden

Wichtig ist dass Tom wie auch Anna miteinander diskutieren. Wenn beide auf ihrem Standpunkt verharren blockiert es die Beziehung nur unnötig. Welche Lösungsansätze gibt es? Worum ging es eigentlich, und gibt es auch andere Lösungen?
 
Wie so oft ist es wichtig dass die Partner im Gespräch bleiben. Sich von ihren Gefühlen, Emotionen und Bedürfnissen erzählen. Solange gesprochen wird, hat der Prozess zur Lösung schon begonnen.
 
Es geht Dir genauso? Dann hilft Dir als Einzelperson ein Coaching. Für Euch als Paar kann ich Euch in einem Paargespräch helfen. 

Ich sag Dir jetzt mal was ich tun soll !?

Ich sag Dir jetzt mal was ich tun soll !?

Warum Menschen gerne ihrem Partner vorschlagen was sie sich selbst wünschen, liest Du in diesem Artikel. Ich sag Dir jetzt mal was ich tun soll !?

Immer wieder begegnen mir Paare die mit klaren Vorstellungen zu mir in die Beratung kommen. Meist haben sie klare Vorstellungen davon, wie der andere sich verhalten sollte. Du könntest mehr für Deinen Körper tun, Du könntest mehr Sport machen, Du könntest mehr im Haushalt helfen, Du könntest mehr mit den Kindern unternehmen und so weiter.

Ich höre mir das gerne eine Zeit lang an. Dann werden aus wohlgemeinten Vorschlägen gerne auch mal konkrete Vorwürfe. Diese klingen dann nicht mehr so entspannt: Du lässt Dich gehen, Du wirst immer dicker, Du bist ungepflegt. Spätestens in dieser Phase sind Konflikte vorprogrammiert.

Vorschläge und Vorwürfe und Schatten

Bei Vorschlägen und Vorwürfen nutze ich gerne das Bild vom ausgestreckten Zeigefinger. Zeigt ein Partner mit einem ausgestreckten Zeigefinger auf den anderen, zeigen gleichzeitig drei eingeklappte Finger auf ihn selbst. Ein aussagekräftiges Bild dafür, dass Vorwürfe mehr mit uns selbst zu tun haben, als mit dem Gegenüber. Grund dafür sind die eigenen Schatten die wir mit diesen Vorwürfen ausdrücken.

Ich frage dann gerne nach.

Warum möchtest Du dass Dein Partner mehr Sport macht? Wie kommst Du auf die Idee? Welches Gefühl wird in Dir ausgelöst wenn er das macht. Und welches Bedürfnis steht dahinter?

Ich frage nach. Nein, mehr noch, ich bohre. Hinter einem Vorwurf steckt allzu oft ein Schatten. Ein Anteil im Vorwerfenden selbst, der auf den Partner projiziert wird.

„Warum sollte Dein Ehemann mehr Sport machen?“

„Ich möchte dass er gesund und fit ist“

„Wie fühlt es sich an wenn man gesund und fit ist?“

„Das fühlt sich toll an!“

„Fühlst Du Dich denn gesund und fit?“

„Nein, gerade nicht“

„Was fehlt Dir denn“

„Ich mache zu wenig Sport“.

Diese und ähnliche Gespräche begegnen mir oft.

Eigene Anteile und Projektion

In einer Partnerschaft ist es gar nicht einfach die eigenen Anteile, Bedürfnisse, Sehnsüchte von denen des Partners zu unterscheiden. Je näher und verwobener die Partner sind, desto eher verschwimmen auch Bedürfnisse. Und dann sind Vorwürfe auch näher.

Entdecke Deine eigenen Impulse

Meine Empfehlung dann ist: Bei jedem Vorwurf, bei jedem Impuls den Du Deinem Partner geben willst, überlege welcher Anteil von Dir selbst betroffen ist. Wie kommst Du gerade auf diesen Vorschlag für Deinen Partner? Wie kommst Du gerade auf diese Idee? Schau nach dem Impuls in Dir selbst.

Dann kannst Du diesen Vorschlag Deinem Partner immer noch machen. Für Dich ist nur hilfreich wenn Du Dir über Deine eigenen Beweggründe klar bist. Klarheit und die Reflexion über Deine Bedürfnisse und Impulse sind wichtig für Deine Beziehung und Eure Kommunikation.

Schlag Deinem Partner ruhig vor mehr Sport zu treiben. Im besten Fall fängt er an, und seine Motivation zieht Dich dann mit. Schön wäre, wenn Dir dabei klar wird dass es eigentlich von Anfang an um Dich selbst ging.

Egal wie Du Dich ausdrückst. Wenn Dir selbst klar ist worum es Dir selbst eigentlich geht, bist Du schon einen großen Schritt näher bei Dir selbst. Das wirkt authentisch und überzeugend.

Und vor allem ehrlich Dir selbst gegenüber.

Du magst mehr über Paarberatung oder Coaching erfahren? Hier kannst Du nachlesen wie ich Dir helfen kann.

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